Es kommt die Zeit – Der Dezember wird grausam

„Es kommt die Zeit – Der Dezember wird grausam”, was eine martialische Überschrift für diesen Artikel, ich weiß! Wer jetzt annimmt, das wird hier so etwas wie eine Art Abschiedsbrief oder eine Ankündigung eines Finales, der irrt sich. Ich habe gar keinen Grund, mich umbringen zu wollen. Ich habe einen Freund, mit dem ich glücklicher nicht sein könnte. Warum sollte ich das aufgeben und IHN alleine lassen? Warum sollte ich so dumm sein, mich umzubringen und IHM einen Verlust antun?

Der Dezember wird grausam
Trotzdem wird der nun bevorstehende Dezember wohl der schlimmste und partiell einsamste Monat in meinem Leben.
Und weil ich weiß, schreiben hilft mir, erzähle ich euch davon.

Ich habe in den letzten fünf Jahren die mir fünf wichtigsten Menschen für immer an das Reich der Toten verloren oder in einen Zustand, in dem sie nicht mehr wissen, wer ich bin.

So werde ich zum Beispiel das erste Mal in meinem Leben Weihnachten gänzlich ohne meine Eltern und Phill verbringen und erleben.
Erst war es 2008 ohne Phill und ohne Ellen, 2011 ohne Mommy, 2012 ohne Tim und 2013 ohne Daddy.

Ich kann gar nicht zusammenfassen, wie groß meine Angst vor diesem Tag sein wird. Wie groß die Angst vor dem Loch ist.
Welche Angst ich vor dem Zusammenbruch habe.

Es beginnt mit Thanksgiving

Beginnen wird das ganze schon diese Woche mit Thanksgiving.
Ein Tag, den wir immer zusammen verbrachten und uns an das gute im Jahr erinnerten und Gott dankten.
Vor ein paar Jahren schrieb ich im Blog so etwas wie: Ich weiß nicht, wofür ich danken soll.
Ohne Alex wüsste ich dieses Jahr überhaupt nicht mehr, für was ich danken sollte.
Ich habe doch außer ihn niemanden mehr, aber für ihn bin ich sehr dankbar.

Der Dezember-Geburtstag

Ein anderer schrecklicher Tag wird der 18. Dezember sein – Daddies Geburtstag.
Ich fürchte, mir wird dann vor Weihnachten noch einmal mehr bewusst, dass ich dieses Jahr Paps lächeln und seine Freude nicht mehr sehen werde. Und nie mehr seinen Humor, seine Wärme und Nähe spüren darf.

Und dann wird es kommen, Weihnachten – Grausamkeit pur

Weihnachten werde ich spüren, wie alleine ich jetzt bin.

Wir hatten Weihnachten so kleine Rituale, welche die Tage zu etwas ganz besonderem machten. Diese wird es nie mehr geben können.

So wird es das in Arm nehmen so nicht mehr geben.

Das Gefühl wir sind eine Familie, egal, was passiert, egal, was außen herum geschieht oder geschehen ist, wir sind immer eins. Wir halten zusammen und lieben uns, geben uns Kraft.
Die Gespräche, die wir führten, über das ablaufende Jahr, wird es nun nicht mehr geben.

So marginal es klingen mag, sogar die Rituale wie das Haus schmücken, den Weihnachtsbaum aussuchen, mit Papa zusammen den Stamm des Baumes anspitzen und auf den Christbaumfuß stellen, die Tanne zusammen schmücken, den besonderen Weihnachtsduft im Apartment, all das wird mir fehlen.

All das gab noch noch einmal etwas ganz besonderes.

An Silvester mag ich ebenso nicht denken, denn auch da gab es Rituale, die wir in der Familie und mit Freunden verbrachten.
Das muss ich jetzt ganz alleine.

Keine Ahnung, wie ich die Tage bis 2014 verbringe.

Ich weiß nur – „Ich habe Angst vor dem Dezember!”

Greetz

Autogramm von HoernRockz